Tabelle

1.  FV Bisingen
2.  SV Heiligenzimmern
3.  SG Weildorf/ Bittelbronn
4.  SGM TSV Boll/ TSV Stein
5.  FC Stetten/Salm.
6.  SV Rosenfeld
7.  TSV Geislingen
8.  FC Killertal 04
9.  FC Grosselfingen
10.  SpVgg Leidringen
11.  SGM Gauselfingen/Hausen
12.  SV Heselwangen
13.  FC Onstmettingen
14.  1. FC Burladingen II

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28.08.2008

Harry Pruss feiert 70.Geburtstag!

Unser 2.Vorsitzender Harry Pruss feiert heute seinen 70.Geburtstag! Wir gratulieren ihm hierzu recht herzlich und wünschen ihm vor allem viel Gesundheit und viel Kraft und hoffen, dass er uns noch viele Jahre mit seinem Elan und seinem Engagement erhalten bleibt!

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Der aktuelle Bericht aus der Presse von EBERHARD WAIS:


Vielseitig interessiert und weltoffen Harry Pruss aus Boll feiert heute seinen 70.

Man kennt ihn als Mann der "ersten Stunde" bei Gambro in Hechingen, als Kommunalpolitiker, als Sportfunktionär, der nicht nur den eigenen Verein sieht - Harry Pruss aus Boll wird heute 70 Jahre alt.

Sieben Lebensjahrzehnte, das ist für Harry Pruss noch kein Grund, sich ausschließlich dem Rentnerdasein zu widmen, auch wenn er inzwischen acht Jahre nicht mehr im Beruf steht und noch länger kein kommunalpolitisches Amt bekleidet. Er nutzt die Zeit intensiv wie eh und je für sein Hobby, den Fußballsport. Aktuellstes Projekt ist das Kleinspielfeld in Boll.

Dabei war dem gebürtigen Ostpreußen, geboren am 28. August 1938 in Lötzen in den Masuren, nicht in die Wiege gelegt, dass er einmal Boll direkt unterhalb der Burg Hohenzollern sein Zuhause nennen würde. Auch seine Familie wurde in den letzten Kriegsmonaten vertrieben, kam über Sachsen an den Niederrhein nach Dinkslaken. Die Schule besuchte er in Duisburg, dann aber regte sich das Fernweh.

Harry Pruss ging im Alter von 17 Jahren zur deutschen Handelsmarine, wurde zum Offizier zur See ausgebildet, teilweise auf dem Segelschulschiff Passat. Aber mit 22 kam ein herber Einschnitt. Aus gesundheitlichen Gründen musste er die weitere Ausbildung zum Kapitän abbrechen und lernte Kaufmann.

Immerhin war er fünf Jahre zur See gefahren, hatte bis auf Australien alle Erdteile kennen gelernt. In seinem neuen Beruf interessierte er sich besonders für die Personalführung, er belegte entsprechende Fortbildungskurse. Schon 1964 kam er nach Hechingen. Auslöser war allerdings wieder eine gesundheitliche Frage: er suchte ein trockeneres Klima, zudem wohnte die Patentante im Killertal. Also arbeitete er beim Transformatorenhersteller Frei als Kaufmann, dann bei der Firma Aviona-Koblenzer in der Lohnbuchhaltung, später als Personalleiter. Mit der Gründung von Gambro in Hechingen wechselte er ab dem ersten Tag am 1. April 1973 zum schwedischen Konzern, ein neues Arbeitsfeld und eine ungeheure Herausforderung. "Es war ein riesiges Glück", meint Harry Pruss rückblickend. Er war einer von vier Angestellten der "ersten Stunde". Als Personalleiter war es dann seine Aufgabe, ein zukunftsfähiges Team zusammenzustellen. Neben dem völlig neuen Arbeitsfeld ("erst musste ich mal fragen, was ist überhaupt eine Membran") ging es darum, die richtigen Fachleute zu finden. Holger Crafoord und Dr. Carl-Axel Althin sen. hatten jedoch großes Interesse daran, dass die Neugründung in Hechingen auch dauerhaft blieb. Also ging es mit großer Motivation an die Arbeit. "Es war teilweise abenteuerlich, überhaupt die nötigen Fachleute zu finden" erinnert sich Harry Pruss. Er schätzt, dass es damals in ganz Deutschland nur zehn solcher Spezialisten gab. Als Gambro dann bekannter wurde, wurde auch die Mitarbeitersuche besser, es kamen viele Bewerbungen, mitunter bis zu 800 auf eine Stelle. Für den Personalleiter ging die Arbeit nicht aus. "Im Prinzip habe ich immer versucht, die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu stärken und ein innerbetriebliches, funktionierendes Informationssystem aufzubauen". Mit Erfolg, die Verantwortungsebene gehe bei Gambro sehr weit nach unten. In den 27 Jahren als Personalleiter bei Gambro wuchs das Unternehmen von den Vieren der "ersten Stunden" auf 1100 Mitarbeiter.

Und doch blieb daneben noch Zeit für kommunalpolitische, ehrenamtliche Tätigkeiten wie für den Sport. "Wie ich das damals geschafft habe, weiß ich heute nicht mehr", meint Harry Pruss, "aber ich habe die Belastung seinerzeit wohl nicht so empfunden".18 Jahre war er in der Kommunalpolitik tätig, bekannt für seine kritischen und ausblickenden Analysen. Von 1973 bis 1975 und nochmals von 1980 bis 1985 war er Ortsvorsteher in Boll, Ortschaftsrat gar bis 1990, von 1973 bis 1980 und von 1985 bis 1989 war er Mitglied im Gemeinderat, er war für die CDU aktiv. Daneben widmete er sich als früherer, aktiver Fußballer auch dem Verein, war Jugendstaffelleiter, Sportkreisjugendleiter, Vorsitzender des TSV Boll, gehörte zu den JSG-Gründern und ist heute noch stellvertretender Vorsitzender des TSV in Boll, quasi dessen Geschäftsführer, auch wenn es das Amt offiziell gar nicht gebe: "das ist eine sinnvolle Ausfüllung meiner Zeit", meint er.

Gerade durch den Sport habe er persönlich sehr viel gewonnen. "Ich wurde in Boll als Fremder sehr gut aufgenommen, das war Motivation, mich für den Sport und die Kommunalpolitik einzubringen".

Politisch ist er bis heute breit interessiert, aber er befasst sich auch gerne mit historischen Themen, etwa zu Ostpreußen, seiner alten Heimat, oder dem 18., beginnenden 19. Jahrhundert. Daneben liebt er literaturgeschichtliche Fragestellungen und begeistert sich für Schiller. "Nach meinem Berufsleben musste ich aber erst wieder lernen, ein Buch zu lesen, das kein Fachbuch ist". Auch diese Aufgabe hat er inzwischen bestens gemeistert, Schiller hat ja auch kein kleines Oeuvre hinterlassen.

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